Fische im Ammersee


Die ersten Nachrichten über die Fischerei am Ammersee reichen ins 12. Jahrhundert zurück. Damals schenkten die Grafen von Andechs dem neu gegründeten Kloster in Dießen die Fischrechte. Das Kloster vergab so genannte "Fischlehen" an die einheimischen Fischer. Ein Fischlehen berechtigte unter Aufgabe von Abgabe zum Fischen im Ammersee.

Heute wird die Fischerei am Ammersee noch von knapp 20 Fischern beruflich betrieben. Im Jahr 1699 waren 300 Fischer rund um den See aktiv.

Am Ammersee kommen vor allem Stellnetze von 25 - 100 mm Maschenweite zum Einsatz. Sie sind zwischen 50 m und 120 m lang und von 1,70 m bis 10 m hoch. Außerdem werden zur Fischerei im seichten Wasser auch Reußen und gelegentlich Legangeln verwendet.

Die Fischer am Ammersee ziehen Jungfische in Käfigen heran, die an Flößen befestigt sind, welche im See verankert sind.
In den letzten Jahren war die Renken Fischerei nicht sehr ergiebig, auf Grund der Zuname von sauerstoffarmen Wasserschichten.

In Dießen kann man heutzutage bei den Fischerfamilien Gastl und Rauch frischen oder geräucherten Ammerseefisch kaufen (am Ende der Fischerei Straße).
 
Der "Brotfisch" der Ammerseefischer ist die Renke. Sie lebt im Freiwasserbereich des Sees, im Sommer in einer Tiefe von 10 bis 20 Metern. Sie ist meist um 2 Pfund schwer. Im Winter zieht sie sich in eine Tiefe von 55 - 70 Metern zurück. Renken werden frisch, geräuchert und als Filet angeboten.
Ein sehr geschätzter Speisefisch ist der Zander. Er hat meist 8-12 Pfund Gewicht wenn er gefangen wird. Die Hauptfangzeit für diesen Fisch im Ammersee ist von September bis Dezember. Den Zander bekommen Sie als ganzen Fisch oder als Filet.

Sehr eng mit dem Zander ist der Barsch verwandt. Er wird bis zu 4 Pfund schwer. Der Barsch wird vorwiegend im August und September gefangen. Wegen seiner rauen Haut und Stacheln wird er meist als Filet verkauft.
Ein weiterer wichtiger Fisch ist der Aal. Er lebt im Sommer in der Uferregion in einer Tiefe von 0 - 7 Metern. Meistens wiegt der Aal ca. 1 Pfund, wenn er gefangen wird, aber er kann bis 10 Pfund schwer werden. Tagsüber gräbt er sich im Schlamm ein. Der Aal wird fast ausschließlich geräuchert vermarktet.
Der Hecht ist ein großer Räuber, der nicht nur allen Fischen, sondern auch Fröschen, Wasservögeln und kleinen Säugetieren nachstellt. Der Hecht ist ein sehr schnell wachsender Fisch sein Gewicht beträgt je nach Alter bis zu 35 Pfund und über einem Meter Länge, seltener auch 40 Pfund und mehr. Beste Fangzeit ist das Frühjahr.
Die Seeforelle gehört mit der Bach- und der Meerforelle zur gleichen Art. Auch der Saibling ist mit ihnen verwandt. Körperbau wie die Bachforelle. Statt der roten Tupfen x-förmige, schwarze Flecken auf den silbrigen Seiten, der Rücken- und der Schwanzflosse. Gewicht 2 bis 10 Pfund.
Der Karpfen als Wildkarpfen ist mehr lang gestreckt, Spiegel- und gezüchteter Schuppenkarpfen sind hochrückiger. Meistens sind Karpfen 4-10 Pfund schwer. Seltene Exemplare bringen es bis zu 50 Pfund. Sie lassen sich am besten von März bis Mai fangen. Man kann sie frisch oder filetiert kaufen.
Von März bis Oktober gibt es auch fast alle Arten von Weißfischen, die im Ammersee vorkommen, z.B. Brachse, Rotauge, Rotfeder Diese Fischarten haben zwar viele Gräten, aber ihr Fleisch ist sehr fest und wohlschmeckend. Sie werden als Filet angeboten.
Der größte und gefräßigste Fisch in unseren heimischen Gewässern, ist zweifellos der Wels oder Waller. Er erreicht teilweise 120 Pfund und mehr, bei Längen von bis 2,5 Metern.
Hannelore Gastl, in Ausbildung befindliche Fischwirtin aus Dießen, fängt im Juni 2003 einen ca. 1,50 m langen und 28 kg schweren Waller; einige Tage später wird der Fisch von Seppi Hinterseer gekauft und wieder im See eingesetzt.

Mit jährlich etwa 6 000 Tonnen Speisekarpfen und 8 000 Tonnen Forellen ist Bayern das führende Land bei der Erzeugung von Süßwasserfischen. Allein 50 Prozent der Karpfen und 40 Prozent der Forellen-Produktion in Deutschland kommen aus dem Freistaat. In Bayern gibt es 8 500 Karpfen- und 3 300 Forellenbetriebe. Aus den Seen holen die Fischer hauptsächlich Renken, aber auch Zander, Hechte, Aale und Seesaiblinge.
 
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